Navigieren auf PostFinance Challenge the Future

Hauptnavigation

29.10.2018, (B)logFiles

Wie macht man eine Herzoperation während eines 100-Meter-Sprints?

von Roger Hug, Leiter Business Steering und Paul Kreis, Leiter Umsetzungsprogramm Delivery Factory IT & Operations

Nein, PostFinance hat nicht plötzlich in die Chirurgie gewechselt. Die Analogie soll aber aufzeigen, welche Anforderungen bei Veränderungen an produktiven IT-Systemen heute gelten. Für uns als Benutzer ist es selbstverständlich, dass die Systeme rund um die Uhr laufen. Fällt nun in solchen Systemen eine grössere Erneuerung an, beschreibt die Herzoperation die Herausforderung sehr treffend. PostFinance hat an Ostern die Kernbankensysteme (das System-Herz der Bank, das die Kontoführung und den Zahlungsverkehr umfasst) ersetzt und damit die ganze IT auf eine neue Architekturbasis gestellt. Ein nicht alltägliches Grossvorhaben in der Schweiz, das auch über die Landesgrenzen hinaus genau beobachtet wurde. Wir waren von der Planung bis zur Umsetzung dieses Programms dabei und blicken in diesem Blog kurz mit euch zurück.

Paul: Roger, kannst du nochmals kurz erklären, wieso eine solche Herzoperation notwendig wurde?

Roger: Das ist eine Herausforderung, vor der viele Firmen und insbesondere Banken stehen. Die IT-Systeme sind in den letzten 20 bis 30 Jahren entstanden und gewachsen. Diese Lösungen wurden stetig erweitert, basieren im Kern aber häufig noch auf den ursprünglichen, unterdessen alten IT-Systemen. Viele Institute fürchten sich vor der Ablösung, PostFinance ist das Thema konsequent angegangen.

Roger: Paul, du kannst das sicher noch etwas technologiespezifischer ergänzen

Paul: Das bestehende Kernbankensystem basierte auf der heute nicht mehr zeitgemässen Programmiersprache Ada. Mit der nun im Kern neu eingesetzten Lösung «TCS BaNCs» basieren wir auf einer JAVA-Lösung, die auf dem Betriebssystem Redhat Linux aufbaut und eine Datenbank in Oracle beinhaltet. Dies passt auch in unseren Technologie-Stack und hilft, die Betriebskosten zu optimieren.

Roger: Okay, aber dann wird unser Job wegen der eingekauften Lösungen nun langweiliger, oder?

Paul: Das war in der Tat eine oft geäusserte Angst beim Start. Nach der Umsetzung würde das heute sicher niemand mehr bestätigen, ganz im Gegenteil. Die IT-Mitarbeitenden können nun mit «State of the Art»-Technologien arbeiten und sind damit am Puls der Zeit. Auch inhaltlich können wir uns nun viel stärker um die Dinge kümmern, die für den Kunden gewinnbringend und für die IT-Mitarbeitenden spannend sind.

Paul: Beschreib doch kurz, wie ihr euch aufgestellt habt, um dies möglich zu machen.

Roger: Da möchte ich klar hervorheben, dass es für ein so grosses, komplexes Vorhaben nicht den Kardinalsweg gibt. Vielmehr muss man sich unterwegs immer wieder anpassen, um das Ziel zu erreichen. Rückwirkend gesehen gab es zwei Hauptelemente, die die Umsetzung möglich machten. Einerseits gab es einen klaren Masterplan, das heisst, der Zeitpunkt der Einführung war klar. An diesem gab es nichts zu rütteln. Alle Problemlösungen mussten sich diesem obersten Ziel unterordnen. Andererseits wurden Strukturen, Werkzeuge und Arbeitsweisen unterwegs so flexibel wie möglich entsprechend den Problemstellungen angepasst.

Roger: Sowas nennen wir ja auch ein «Once in a lifetime»-Projekt. Was war für dich das Highlight dieses Vorhabens?

Paul: Das Highlight war sicher, als wir nach dem Go-Live unser E-Finance wieder aufschalten konnten und somit mit der neuen Software live waren. Aber besonders gefreut hat mich auch, dass wir als Mitarbeitende von PostFinance gemeinsam einen grossen Beitrag dazu leisten konnten. Auch du bist schon länger bei PostFinance, wie hast du die Unterstützung von PostFinance als Arbeitgeber in dieser Zeit wahrgenommen?

Roger: Auch bei grossen Projekten setzt PostFinance auf eigene Mitarbeitende und das motiviert, das Beste für PostFinance zu geben und in einem spannenden Umfeld zu wirken. Das gilt auch für die digitale Transformation, bei der es unser Ziel ist, die Nummer eins der digitalen Banken in der Schweiz zu werden.

Paul:
Und was bedeutet die erfolgreiche Transformation des Kernbankensystems nun für die Zukunft?

Roger: Jetzt wirds erst so richtig spannend. PostFinance ist nach der Kernbankentransformation eine neue Firma. Nicht nur mit moderner Technologie, sondern auch mit neuen Arbeitsweisen, Erfahrung und internationalen Partnern. PostFinance ist bereit für den nächsten Digitalisierungsschritt. Wenn wir bei unserem Anfangsbild bleiben, heisst das: Nach Überquerung der 100-m-Ziellinie und mit neuem Herz nehmen wir nun das «Fliegen können» ins Visier. Wollt ihr auch dabei sein?


Über die Autoren:
Roger Hug, Leiter Business Steering, hat im Programm Core Banking Transformation den System-Build, also die ganze Entwicklung der Lösung verantwortet.

Paul Kreis, Leiter Umsetzungsprogramm Delivery Factory IT & Operations, hat im Programm Core Banking Transformation den Rollout und den Auf- und Ausbau der Infrastruktur verantwortet. 


Möchtest auch du in einem Umfeld mit innovativen Arbeitsmethoden arbeiten? Dann findest du hier unsere offenen ICT-Stellen. Du kannst uns auch deinen CV hinterlassen. Dann kontaktieren wir dich gerne, sobald etwas frei wird, das zu deinem Profil passt.

LinkedIn:
linkedin.com/company/postfinance 

Facebook: 
facebook.com/postfinance 

Twitter: 
@PostFinance

Zurück zum Newsroom