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06.12.2018, (B)logFiles

Agiler Coach – was’n das?

von Felix Bucher, Agiler Coach

Agilität, Digitalisierung, neue Arbeits- und Organisationsformen - und es gibt noch viele weitere Schlagworte, die uns derzeit in der Arbeitswelt begleiten. Werden die Betroffenen beim Wandel nicht eingebunden, kann dies recht schnell überfordern und zu Frustration oder Abneigung gegenüber dem Wandel führen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Coaches, sogenannte agile Coaches. Was macht so einer?

Mehr und mehr Organisationen setzen agile Arbeitsmethoden ein, um schneller und flexibler auf die Bedürfnisse reagieren zu können, die sich aus der immer komplexeren digitalen Umwelt ergeben. In den meisten Fällen geht es darum, Produkte schneller an den Kunden zu bringen. Agile Teams handeln eigenverantwortlich und führen sich weitestgehend selbst. 

Agiles Arbeiten verändert Werte, Prinzipien und die Zusammenarbeit
Aber was hat dies nun mit Coaching zu tun? Mit der Einführung eines agilen Projektmanagements und der agilen Arbeitsweise verändern sich auch Hierarchien, Zuständigkeiten, Werte und Prinzipien. Oder besser gesagt: Sie werden über den Haufen geworfen. So übernimmt beispielsweise in einem agilen Team jedes Teammitglied Führungsaufgaben, wodurch die klassische Führungsarbeit und Verantwortung von Führungskräften aufgeteilt wird.

Tönt simpel und auch einleuchtend – ist es aber nicht. Die Verschiebung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Machtverhältnissen führt zu Widerständen und Unsicherheiten und steht dem agilen Arbeiten häufig im Weg. Hier beginnen die Arbeit und die Hauptaufgabe eines agilen Coaches, damit die Veränderung dauerhaft und nachhaltig in der Unternehmung wirken kann.

Ein Coach steuert den Prozess und begleitet den Strukturwandel
Der Coach gibt Anregungen, versucht die Prozessqualität zu steigern und fungiert weniger als Problemlöser. Seine Aufgabe besteht in der Unterstützung der Teams und Organisationen, damit sie die anstehenden Problemsituationen selbstständig lösen und sich weiterentwickeln können. Sehr wichtig für das Gelingen ist gegenseitiges Vertrauen, das heisst Offenheit bzw. Transparenz, direktes und ehrliches Feedback sowie Freiwilligkeit. Damit der agile Coach die Teams hinsichtlich Agilität optimal begleiten kann, muss er die agilen Ansätze nicht nur theoretisch, sondern auch aus eigener Erfahrung kennen. Zudem muss er die Fähigkeit haben, dieses Wissen an Teams und Organisationen zu vermitteln.

Der Coach und das Team definieren gemeinsam Ziele, die auf die Stärkung der Handlungsfähigkeit und der Selbststeuerung hingerichtet sind. Der Coach stellt dabei sicher, dass ein echter Mehrwert geschaffen wird, und bestärkt das Team in seinem Handeln. Dabei berücksichtigt der agile Coach die Werte und Prinzipien des agilen Arbeitens und achtet auf ihre Einhaltung.

Eine verbesserte direkte Kommunikation sowie bedingungslose Transparenz sind häufig die entscheidenden Treiber für den Wandel hin zu mehr Agilität. Mit dem agilen Arbeiten geht oft auch ein kultureller Wandel einher, welcher durch den Coach entsprechend unterstützt wird.

Ein agiler Coach ist auch Trainer und Berater
Je nach Auftrag und dessen Ausgestaltung kann sich die Aufgabe eines agilen Coaches auch verändern. Dies hängt meist auch mit der Erfahrung und der Maturität des Teams zusammen. So ist der agile Coach in einem Team, das sich frisch mit den agilen Prinzipien auseinandersetzt, häufig als Trainer unterwegs. Er vermittelt die agilen Werte und Prinzipien, erklärt die agilen Methoden und hilft mit, diese im Team einzuführen. Wieviel Vermittlung ist dabei notwendig? Gerade genug, um starten zu können.

Wichtig ist, dass das Team seine Erfahrungen selber machen kann – nein, muss – und sich der Coach selber überflüssig macht. In dieser Phase ist der Coach nicht mehr als Trainer, sondern eher als Berater oder Experte unterwegs, der das Team punktuell bei Problemen unterstützt und in eine gemeinsame Richtung lenkt. Ein agiler Coach kann auch als Mentor, Moderator, Mediator auftreten, immer unter der Voraussetzung, dass er das kann und dies auch vom Team gewollt ist.

Ein Coach kann aufgrund seiner Erfahrung auch mithelfen, Teams und Wissen zu verbinden, indem er beispielsweise auf Communities of Practices (siehe Blog von Marius Dufaux) aufmerksam macht und die Teams motiviert, dabei mitzumachen.

Mit dem Ende beginnen

Ziel eines jeden Coaches muss es sein, dass es ihn im Team nicht mehr braucht, weil das Team die Werte und Prinzipien zur Selbstorganisation und Selbststeuerung verinnerlicht hat. Mit diesem Ziel im Kopf sollte jeder Coach an die Arbeit gehen. Er gibt dem Team genauso viele Impulse, wie es braucht, um wieder selber handeln zu können. Zudem zeigt er ihm mögliche Wege oder Handlungsoptionen auf, das Team entscheidet jedoch selber, ob es diese Wege gehen will.

PostFinance und Coaching
Coaching ist nicht neu und wird bei PostFinance schon lange praktiziert, meist im Zusammenhang mit Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung. Es ist klassisch im HR angesiedelt. Agile Coaches sind noch nicht so verbreitet und kommen nun langsam im Rahmen von Initiativen und Programmen wie Digital Powerhouse, Agiles Projekthaus und DevOps auf. Zum Teil gibt es auch Coaches, die sich auf eine Methode, wie z.B. Design Thinking, spezialisiert haben. Alle verfolgen jedoch dasselbe Ziel: Mithelfen, die Organisation, die Personen und PostFinance besser zu machen, damit wir für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet sind.


Über den Autor:
Felix Bucher ist als agiler Coach in diversen Teams im Rahmen der Agilen Transformation und DevOps unterwegs. Selber ist er seit rund sieben Jahren mit agilen Methoden konfrontiert. Er gibt sein Wissen auch gerne weiter, sei es in Form von Coachings oder Ausbildung. Felix ist überzeugt, dass die agilen Werte und Prinzipien in Zukunft einen erheblichen Mehrwert für PostFinance bringen. 

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